Geothermie-Kraftwerk Weilheim – Respekt Herr Bürgermeister!

Kreisboote Weilheim / Schongau, 01.12.2011 12:00 – Auszug:

In ihrer Stellungnahme ersucht die Stadt das der Regierung von Oberbayern unterstellte Bergamt eindringlich zu prüfen, ob für die Bohrung nicht der „bohrtechnisch und geologisch günstigere Standort weiter östlich“ auf Weilheimer Flur gewählt werden kann. Dieser sei weit entfernt von jeglicher Bebauung und von den Straßen her kaum einsehbar. „Erdwärme Oberland“ würde diesen Standort ebenfalls für günstiger erachten, argumentiert die Stadt. Die Crux ist aber, dass sich das Grundstück am Rande eines europäischen Vogelschutzgebietes befindet, also müssten dessen Grenzen verschoben werden. Um dies zu erreichen, sollen alle politischen Hebel in Bewegung gesetzt werden, vom Landrat bis hin zu den Abgeordneten in Berlin.

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Es geht doch, wer sagt denn dass Lokalpolitiker nichts bewegen können?

Es muss nur seitens  derer ausreichend Motivation vorhanden sein. Jetzt sollen alle politischen Hebel benutzt werden, um ein Projekt zu ermöglichen, das fast der gesamte Stadtrat will – nicht aber ein grosser Teil der Weilheimer, wie man bei dem diesbezüglichen Bürgerbegehren sehen konnte.

Und damit man es den NIMBYs – als Sammelbezeichnung für Bürger, die das Projekt kritisch sehen – so richtig zeigen kann, wie eine verantwortungsvolle Politik gemacht wird, soll das Ding jetzt an das hoffentlich bald ehemalige Europäische Vogelschutzgebiet und weg von  potentiellen Weilheimer Wählern gestellt werden. Ein fintiger Schachzug, da die Vögel weniger renitent zu sein scheinen, als die Bürger am bisher geplanten Standort.

Warum hier mit einer bemerkenswerten Penetranz die Interessen windiger Investoren über die Belange des Naturschutzes gestellt werden bleibt ein Rätsel. Offensichtlich hingegen sind die Beweggründe der Betreiber, sich nicht zum Standort der Geothermiezentrale zu äußern – wenn das jetzt schon bekannt würde, könnte sich Protest ( womöglich ja in Form eins Bürgerbegehrens) formieren.

Also Herr Loth, ich bin beeindruckt, so dreist muss man erst mal sein.

Aber wenn schon mal diese tollen Hebel (in Berlin, Brüssel und sonstwo) installiert sind, wäre es toll, wenn diese auch beutzt würden um weitere Trauerspiele wie den neuen Kreisverkehr zu vermeiden.

BIf UNAE / H. Petzko-Hogl