Geretsried – "Geothermie verseucht unser Grundwasser"

Merkur-online – 22.01.13
Geretsried – Seit Sonntag bohrt die Firma Enex auf dem Hofgut Breitenbach bei Gelting nach Geothermie. Am Montag wurde bekannt, dass es offenbar bereits vor Beginn der Bohrarbeiten eine Panne im Entsorgungssystem der Anlage gegeben hat.

Aus einer Rohrleitung, über die eigentlich nur unbelastetes Niederschlagswasser vom Bohrplatz in den Loisach-Isar-Kanal eingeleitet werden darf, ist eine ölhaltige Flüssigkeit ausgetreten. Während das Landratsamt von einer „allenfalls geringfügigen Überschreitung der Grenzwerte für Kohlenwasserstoffe“ spricht, regt sich in der Bevölkerung Unmut. „Geothermie verseucht unser Wasser“, stand am Montag auf einem Transparent an der Brücke über die B 11 bei Waldram.

„Ich finde es nicht in Ordnung, dass die Geothermie immer als so umweltfreundlich verkauft wird“, meldete sich am Montag eine Bürgerin aus Geretsried bei unserer Zeitung. Die Frau, die nicht namentlich genannt werden will, hatte bei einem Sonntagsspaziergang mit ihren Kindern vor zwei Wochen entdeckt, dass aus einem Leck an den Rohren westlich der Straße nach Herrnhausen eine „ölige Flüssigkeit“ austritt.

Besorgt schaute die Frau am nächsten Tag noch einmal vorbei. Zu dieser Zeit seien Arbeiter damit beschäftigt gewesen, die undichte Stelle zu schließen. „An dieser Stelle war der Boden großflächig mit dieser ölig stinkenden Substanz überzogen“, berichtet die Geretsriederin. In Pfützen sei die Flüssigkeit auf dem filzigen Waldboden gestanden. Die Frau entnahm selbst Wasserproben und alarmierte die Fachbehörden. „Vom Forstamt habe ich erfahren, dass die Stelle im Naturschutzgebiet liegt.“ (…)

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Nur einen Tag zuvor suchte Enex Power Germany die Bedenken der Geretsrieder Grünen, Wasser könne verunreinigt werden, zu zerstreuen:

am 21.01.13 war im Merkur-Online zu lesen:
„Eine Stunde, bevor am Sonntag mit der ersten Geothermie-Bohrung auf dem Hofgut Breitenbach bei Gelting begonnen wurde, besichtigten die Geretsrieder Grünen den Bohrplatz. Gunnar Gudmundsson, Geschäftsführer der Enex Power Germany, erklärte die Sicherheitsvorkehrungen der Anlage.

Besonders die Frage, wie eine Verunreinigung des Wassers verhindert werden kann, brannte den gut 15 Teilnehmern auf den Nägeln. (…)
Laut Gudmundsson werden aus allen aufgefangenen Flüssigkeiten Schlamm, Chemikalien und Ölpartikel herausgefiltert. In einer anschließenden Analyse würde das Wasser auf seine Reinheit überprüft. Funktioniert etwas nicht, leuchte zur Warnung sofort eine Kontrolllampe auf. Eine große Gefahr bestehe aber auch dann nicht. „Wir lassen das Wasser immer solange in Sammeltanks, bis die Proben da sind. Erst dann öffnen wir einen Schieber, und das Wasser fließt in den Loisach-Isar-Kanal ab“, erklärte Gudmundsson. Im Fall einer Havarie würde eine Spezialfirma die Tanks auspumpen. Verwendet würde für die Bohrung Trinkwasser, so wie es das bayerische Gesetz vorschreibt. (dor)“
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