Riesiger Stromüberschuss in Europa – Markt stoppt die Gier der Strombarone

Schweiz / Kurt Marti / 05. Jan. 2012 – Die Stromkonzerne haben jahrelang über ihre Verhältnisse gelebt. Jetzt hat sie der Markt auf den Boden der Realität zurückgeholt.

Stromschwemme statt Stromlücke

Die Marge der Stromhändler ist im letzten Jahr massiv kleiner geworden, weil in Europa ein riesiger Stromüberschuss herrscht und folglich die Strompreise absackten. Der Stromüberschuss in den EU-Ländern liegt zwischen 15 und 25 Prozent, obwohl in Deutschland mehrere Atomkraftwerke abgeschaltet wurden. Die Szenerie ist grotesk: Während die Stromkonzerne in der Schweiz immer noch die Stromlücke an die Wand malen, tragen ihre Kraftwerke im Ausland zur europäischen Stromschwemme bei und drücken die eigenen Handelsmargen und Jahresgewinne.
Gleichzeitig bremst auch die Finanzkrise den privaten und industriellen Stromkonsum. Aus energiepolitischer und ökologischer Sicht ist die Verminderung des Stromverbrauchs durchaus erwünscht. Für die Stromkonzerne hingegen bedeutet dies einen Umsatz- und Gewinneinbruch.
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Stromlobby hat den ökologischen Umbau verhindert
Die Stromwirtschaft hat sich in den letzten zehn Jahren hauptsächlich um den Stromhandel und den Kraftwerkbau im Ausland gekümmert. Der ökologische Umbau in der Schweiz wurde dadurch verhindert. Dies zeigen die Zahlen der Alpiq eindrücklich: Die Gesamtleistung der fossil-thermischen Alpiq-Kraftwerke in den EU-Ländern Italien, Tschechien, Ungarn und Deutschland beträgt 2550 MW. Zum Vergleich: Die Alpiq-Wasserkraftwerke in der Schweiz haben eine Gesamtleistung von 2866 MW.
Die Gesamtleistung der von Alpiq betriebenen Kleinwasser-, Wind- und Solarkraftwerke in der Schweiz hingegen beträgt mickrige 10 MW, also 0,4 Prozent der Auslandleistung der fossil-thermischen Kraftwerke. Der Bund hat versucht, mit ein paar Hundert Millionen Franken aus der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) Gegensteuer zu geben. Mit sehr bescheidenem Erfolg.
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Artikel lesen: infosperber.ch

Viel Lärm um Nichts

„Viel Lärm um Nichts: Wer die kurzfristige Nutzung eines 150-MW-Kraftwerks in Österreich am 8 und 9. Dezember 2011 zum Menetekel für die Versorgungssicherheit in Deutschland stilisiert, der spielt mit falschen Karten. Gegner eines umfassenden Atomausstiegs versuchen auf diese Weise die Bevölkerung zu verunsichern, obwohl dazu kein Anlass besteht. Die Nutzung des österreichischen Kraftwerks hatte ausschließlich ökonomische Gründe. Dies zeigt der genauere Blick auf die Situation im Dezember:
1. Die sechs in Deutschland als Kaltreserve zur Netzstabilisierung vorgehaltenen Kraftwerke mit einer Gesamtleistung von etwa 1.000 MW mussten nicht in Anspruch genommen werden, obwohl dies möglich gewesen wäre.
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lebenshaus-alb.de/magazin

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