Rudersberg Gebäudeschäden – Geothermie in Verdacht

Geothermie-Bohrungen stehen erneut in Verdacht, Schäden an Häusern verursacht zu haben. In Rudersberg (Rems-Murr-Kreis) haben nach Angaben des Landkreises rund 50 Häuser Risse bekommen oder stehen etwas schief.

Die Fläche in einem Neubaugebiet habe sich in den vergangenen Jahren um bis zu 39 Zentimeter gehoben. „Das ist nicht schlagartig passiert“, sagte der Sprecher des Rems-Murr-Kreises, Harald Knitter, am Montag. Zuletzt seien aber verstärkt Veränderungen beobachtet worden.

In dem Gebiet seien in den Jahren 2007 bis 2009 insgesamt sieben Geothermie-Anlagen gebaut worden. Die Bohrungen reichten bis in 70 Meter Tiefe. Ob diese Schuld an den Erdbewegungen seien, werde nun untersucht, so Knitter. Dazu werde der Landkreis ein Vermessungsnetz mit bis zu 100 Messpunkten aufbauen. Dann solle in regelmäßigen Abständen eine mögliche Erdbewegung genau lokalisiert werden. Die Kosten für die Ursachenforschung werde zunächst der Kreis selbst tragen.

Die Gemeinde Rudersberg hatte vor kurzem einen Informationsabend veranstaltet, bei dem die Schäden zusammengetragen wurden. Zur möglichen Schadenshöhe gibt es keine Angaben.

Immer wieder Schäden durch Geothermie-Bohrungen

Geothermie-Bohrungen haben in den vergangenen Jahren immer wieder zu Problemen geführt. Am bekanntesten ist der Fall Staufen (Breisgau-Hochschwarzwald): Dort war 2007 nach Bohrungen Grundwasser in eine gipshaltige Erdschicht gelaufen. Daraufhin hob sich der Boden; es entstanden Risse in Hunderten Häusern. Der Schaden wird auf 50 Millionen Euro geschätzt. Auch in Schorndorf (Rems-Murr-Kreis) und in Leonberg (Kreis Böblingen) kam es durch Geothermie-Bohrungen zu Schäden.

SWR
http://www.swr.de/nachrichten/

Siehe auch:
Leonberg: 24 Mehrfamilienhäuser nach Geothermie-Bohrungen schwer beschädigt und abgesackt
alternative-energiequellen.info/Leonberg 

Aus Leonberg erreichte uns im März 2012 folgendes Schreiben:

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich freue mich sehr Ihre Initiative gefunden zu haben. Vielleicht haben Sie von den Bohrungen in Leonberg bei Stuttgart gehört, wir sind die zweite Familie in der Region, auf deren Grundstück gebohrt wurde und im Zuge dessen zwei wasserführende Schichten verbunden wurden. Obwohl unser Fall (noch) keine dramatischen Auswirkungen für Dritte und Umwelt zeigte, umschwebt uns das Horrorszenario der finanziellen Beteiligung an den Sanierungskosten und möglichen Schäden.
Die Behörden lassen keine Gelegenheit aus uns darauf aufmerksam zu machen, dass wir doch die Grundstückseigentümer sind und in der Verantwortung stehen.

Dabei ist es für mich unbegreiflich, dass das baden-württembergische Umweltministerium mit dem Satz wirbt: „Heizen Sie umweltfreundlich, helfen Sie mit, das Klima zu schützen. Entlasten Sie Ihren Geldbeutel. Nutzen Sie die Kraft, die aus der Tiefe kommt. Das zahlt sich aus – für Sie und Ihre Kinder.“
Und das sind die Lobeshymnen und Propaganda für Geothermie auf der Internetpräsenz eines Umweltministeriums des Landes, welches Stufen noch nicht verkraftet hat.

Für Kontakthinweise zu anderen Betroffenen bin ich Ihnen dankbar.

Howdy,
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