Bei der Nutzung der (tiefen) Geothermie entstehen größere Mengen an radioaktiv belasteten Abfällen.

Während sich das Cäsium 137 aus der Tschernobyl-Katastrophe inzwischen zu einem Drittel abgebaut hat, wird uns jedes einzelne Radium 226-Nuklid praktisch für ewig erhalten bleiben.
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Radioaktive Schlämme aus der Öl- und Gasindustrie und aus dem Bergbau?
Ein grösseres Problem als die Endlager der Atomindustrie? *2

Warum? Schliesslich buddeln alle nach etwas anderem.
Analog wie in der Erdöl-/Erdgasindustrie treten bei der Nutzung der Geothermie Scales mit deutlich erhöhten spezifischen Aktivitäten für Ra-226, Ra-228 und ggf. Pb-210 auf. *1

Radium?
Buchen Sie Ihren Urlaub im Radium-Palace! Unser Thermalwasser enthält Schwefel, Radium, Kohlendioxid, … Und warum hat Radium dann so ein komisches Etikett?

Radio „Da Radium über das Zerfallsgleichgewicht an das Uran gekoppelt ist, begleitet es dieses zwangsläufig in seinen Erzen, und wird bei den bergbaulichen Aktivitäten aus dem geologischen Einschluss herausgelöst.“

Herkunft / Entstehung:
Fällungen von Radium bei Förderung von Tiefenwässern
Art der Materialien: Ablagerungen (Scales) sowie durch Ablagerungen verunreinigte Anlagenteile Radionuklide: Ra-226, Pb-210, Ra-228

Aha! So gelangt es in die Schlammdeponien des Bergbaus.
Aber warum werben Thermalbäder mit ihren Radium- bzw. Radon-Quellen? > Zerfallsreihe > Radon ist ein radioaktives Gas und gilt neben dem Rauchen als zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs. Schon kleinste Mengen können, vom Körper aufgenommen, Knochenkrebs auslösen.
(Viele Thermalquellen enthalten außerdem gelösten Schwefelwasserstoff, der mit gelöstem Sauerstoff reagiert und den Sauerstoffgehalt drastisch reduziert.)

Im Rahmen des Bergbaus werden diese Wässer erbohrt und in die sogenannte Vorflut entsorgt. Dort fallen sie aufgrund vorhandener Sulfationen als feiner Schwerspat mit Radium aus, werden im Gewässer transportiert.
Ist das der Abfallschlamm von dem BE-Geothermal erzählte, dass es für diesen zahlungskräftige Abnehmer gäbe?
Und steht auf deren Website nicht zu lesen, dass die notwendige Wärme des Thermalwassers der tiefen Geothermie aus natürlichen radioaktiven Zerfallsprozessen entsteht?

Zerfallsprozess – Halbwertzeit:
Radium-226 α,β,γ        1.600 Jahre       Erdkruste, Bergbau
Cs-137 β,γ                           30 Jahre       Tchernobyl-Reaktor

Natürliche Radioaktivität also, die in Ausfällungsprodukten, z. B. als Sedimente in Wasserhaltungen (z. B. Sümpfungs Schlämme) oder in Betriebsmitteln (z. B. in Rohrleitungen und Pumpen) ablagert. (Der Unterschied von natürlicher und künstlicher Radioaktivität liegt allein im Ursprung.)

Und was schreibt das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit zur Geothermie?

„Werden die bei der Nutzung der Geothermie geförderten Fluide behandelt und entsorgt, so können größere Mengen an radioaktiv belasteten Abfällen entstehen.
Für die USA wird aus dieser Art der Geothermienutzung ein Mengenaufkommen von 54.000 t Abfällen mit einer mittleren Ra-226 Aktivität von 4,88 Bq/g (132 pCi/g) eingeschätzt /58/.
Aufkommen an kontaminierten Schlämmen und harten Ablagerungen aus der Öl- und Gasindustrie allein in den USA auf 200.000 bis 300.000 Tonnen pro Jahr.“ *1 (4.3.3)
Betrachtet man den geringen Anteil der Geothermie, sind also 54.000 Tonnen verdammt viel!

Da wurde doch aus meiner kleinen „Kolumnen-Recherche“ ein Thema, das ich in dieser Brisanz nicht erwartet hatte.
Ganz Südbayern will erstrahlen und die Geothermie-Tiefbohrer versäumen es zu bewerben!

Während sich das Cäsium 137 aus der Tschernobyl-Katastrophe inzwischen zu einem Drittel abgebaut hat, wird uns jedes einzelne Radium 226-Nuklid praktisch für ewig erhalten bleiben.

17.12.09 Dipl.Des.R.F-Jech

Quellen
*1
altlasten/fachinfo/forschungs_vh/Endbericht_SR2416.pdfMengenaufkommen NORM für dt. Entsorgungskonzept
Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

*2
http://www.wdr.de/themen/wirtschaft/4/radioaktivitaet/1.jhtml?rubrikenstyle=wirtschaft
http://www.tagesschau.de/inland/radioaktivitaet104.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Radium

Siehe auch: Radionuklide / Geologische und Hydrochemische Zusammenhänge / Geothermie
Inhalt:
Radon-Aktivitätskonzentration in der Bodenluft
Geologische und Hydrochemische Zusammenhänge
Radionuklide in Rückständen der Wasseraufbereitung
Fällungen von Radium bei Förderung von Tiefenwässern
Radioaktiv belastete Abfälle aus der Geothermie Strahlenschutz
Arbeiten an geothermischen Anlagen
Beispiel Forschungs-Projekt Neustadt Glewe
Radium, Radon Gesundheitsgefahren
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