Gefährliche Geothermie-Projekte

Schaidt-Aktiv
21.10.2010

Der Beitrag „Die Hitze der Erde – Riskanter Vorstoß in die Tiefe“ des ZDF-Wissenschaftsmagazins zur Geothermie am 20.10.2010 hat ansatzweise gezeigt, mit welchen Problemen die Tiefe-Geothermie sich auseinander zu setzen hat.

Im Vergleich zu Deutschland, wo das warme, belastete Thermalwasser in Tiefen von 3000m und mehr erbohrt werden muss, bringen vulkanische Gebiete in Island das Wasser sogar an der Oberfläche zum Kochen. Davon kann man in Deutschland nur träumen. (Island und auch Italien werden aber immer wieder als  Paradebeispiele verwendet).  Hierzulande müssen Medien wie Pentan (hochentzündlich und giftig für Wasserorganismen) oder Ammoniak (farbloses und giftiges Gas) wie am Beispiel Unterhaching gezeigt zum Einsatz kommen. Dass das „kalte“ Deutschland nur bedingt für die Stromerzeugung mittels Tiefengeothermie geeignet ist und zudem die Anlagen nur mässige Wirkungsgrade aufweisen, wurde hier verdeutlicht. Unterhachings Geothermiekraftwerk verbraucht wie im Film gezeigt zwei Drittel der erzeugten Energie für seine Lüfter und Pumpen selbst, dass nur noch so viel Energie übrig bleibt, wie zwei Windkraftanlagen erzeugen.

Anmerkung:

Nur gut, dass  das EEG die hohen Einspeisevergütungen (20Cent/KW – siehe Gesetz zur Neuregelung des Rechts der Erneuerbaren… ) auf 20 Jahre vorsieht.

siehe auch „Richtlinien zur Förderung von Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmemarkt – 2010-07-09)

Geothermische Kraftwerke dürfen ihren Eigenstromverbrauch aus dem Netz ziehen (günstiger Atom- / Kohlestrom). Dadurch wären solche Kraftwerke selbst dann noch rentabel, wenn sie mehr Strom aus dem Netz entziehen als ihm zuführen würden – zumindest  rein theoretisch.

Bei den ORC-Anlagen mit Trockenkühlung werden ca. 90% der geförderten Wärme einfach weggekühlt und in die Atmosphäre abgegeben. Selbst der BUND (Positionspapier zur Geothermie) nennt  die Vernachlässigung des riesigen Wärmepotenzials  am Beispiel „Insheim“ angesichts des geringen Wirkungsgrades der Stromproduktion in klimapolitischer Hinsicht einen Akt nicht mehr verantwortbarer Verschwendung.

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