„alternative-energiequellen.info“ ist die Online-Zeitung der Bürgerinitiative BIFUNAE, die sich zum Schutz des Westufers am Starnberger See gegründet hat und sich dort auch mit den Gefahren durch das geplante Tiefen-Geothermie-Kraftwerk Bernried / Höhenried auseinandersetzt.

Meine subjektiven Eindrücke von den 3 Bürgerversammlungen am 22.10.09 in Bernried, am 12.11.09 in Tutzing und 23.11.09 in Diemendorf

Benachrichtigung

Grundsätzlich bin ich für CO 2 Reduzierung und alternative Energien in der bisher genutzten und bekannten Form von Biomasse, Solar, Windkraft und Geothermie zur Wärmenutzung.

Nachdem die Gemeinde Bernried zusammen mit der Fa. BE Geothermal GmbH das größte Kraftwerk Mitteleuropas in das Landschaftsschutzgebiet in der Nähe von Kampberg/Haunshofen zur Stromerzeugung (KWK) und Fernwärme für Haushalte in Bernried im nächsten Jahr bauen will, habe ich mich intensiv informiert und bin auch auf die Bürgerinitiative gestossen, die sachlich und objektiv – auch mit Risiken und Nebenwirkungen – informiert, was man von den Bürgermeistern der Orte Bernried, Tutzing, Feldafing und Pöcking sowie den Experten, die bei den Versammlungen anwesend waren nicht behaupten kann.

Es war wie auf einer Verkaufsveranstaltung, alles wurde positiv dargestellt, schöngeredt und verharmlost.

Der einzige objektive Experte war der Leiter der Erdbebenzentrale von Bayern, Prof. Wassermann, der klar und deutlich gesagt hat, dass das Risiko von Erdbeben nicht auszuschliessen ist und die Auswirkungen im Umkreis von 20 km noch zu spüren sind.  Dieser Mann war auf der Bürgerversammlung in Tutzing und in Diemendorf nicht mehr anwesend. Warum wohl? frage ich mich.

Von den anwesenden Versicherungsexperten in Tutzing hatte ich den Eindruck:  Die evtl. entstehenden Schäden an den Gebäuden sind alle kalkulierbar, beherrschbar, versicherbar, wie z. B. ein PKW. Mein Wohnhaus ist aber meine Altersversorgung und für viele andere auch und viel wertvoller, als diesem Risiko ausgesetzt zu werden. Ich habe keine Lust bei einem Schaden an meinem Wohnhaus mich mit der Versicherung, Rechtsanwälten, Gerichten auseinanderzusetzen, weil ich dann beweisen muss, dass der Schaden durch das Kraftwerk entstanden ist.

Schäden, die durch Bohrungen oder dem lfd. Betrieb eines Geothermiekraftwerkes entstanden sind, z.B. in Landau, Insheim, Kamen, Wiesbaden, um nur die in diesem Jahr in Deutschland entstandenen Schäden zu nennen, sind zwar den Experten und den Bürgermeistern bekannt, aber dem Grossteil der Bevölkerung nicht.  Aber warum passieren Unfälle? Weil es keine 100 %ige Sicherheit gibt, wir Fehler machen und uns irren können.

Die Artikel der Schadensmeldungen sind auf der Homepage nachlesbar. Die Bürgerinitiative möchte alle Bürger und hauptsächlich auch die Entscheidungsträger objektiv und sachlich informieren.

Der Bundesverband Geothermie streitet gar nicht ab, dass es beim Bau und Betrieb von Geothermiekraftwerken zu kleineren Beben kommen könne. Der Vizepräsident des Verbandes fordert: Es müsse für die Geothermie eine Art “Beipackzettel” geben, der über Risiken und Nebenwirkungen informiere. Der Verband fordert weiterhin: Die Öffentlichkeit muss stärker als bisher über die geothermischen Projekte informiert und beim Bau und Betrieb durch geeignete Maßnahmen einbezogen werden, folglich ist die Information von Risiken und Nebenwirkungen ein allgemeines Problem bei den Betreibern, nicht nur in Bernried und Tutzing.

Nach dem jetzigen Plan soll aus 2 Bohrlöchern in der Stunde 900 cbm Wasser entnommen werden. Das sind 2 Schwimmbäder mit 25 m Länge, 10 m Breite und 1,80 m Tiefe, d.h. pro Tag 48 Schwimmbäder voll mit Wasser. Die gleiche Menge wird wieder in die Erde zurückgepumpt (geschlossener Kreislauf). Dort unten in ca. 4000 m Tiefe sind aber voraussichtlich keine so grossen Hohlräume, die das Wasser aufnehmen könnten. Es entstehen zwangsläufig grosse Spannungen, die sich durch Beben auflösen müssen, das wissen auch die Experten, die nur von kleineren Beben reden, die voraussichtlich keinen  Schaden anrichten.

In Basel sitzt jetzt der Betreiber auf der Anklagebank. Ich möchte nicht, wenn bei uns Schäden entstehen, dass dann Herr Stahl und der Bürgermeister auf der Anklagebank sitzt.

Meine Bitte an die Verantwortlichen: Betrachten Sie die Bürgerinitiative nicht als Gegner, sondern als mündige Bürger, die sich kritisch mit dem Projekt auseinandersetzten um zum Schluss der Information eine gute Lösung für alle Bürger mit den geringsten Kosten, dem Nutzen und dem kleinsten Risiko zu finden.

Wolfgang Wirsching

Dipl. Verw.Wirt

Blumenstr. 15

82327 Tutzing

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